Die Schau richtet
ihr Augenmerk weniger auf das Medium Zeichnung als Entwurf und Vorstufe
des eigentlichen Kunstwerks, sondern präsentiert es vor allem als
eigenständiges und gestaltungsoffenes Medium.
Die konzeptuellen Möglichkeiten der Zeichnung sind das Resultat
von Entwicklungen im Zuge des 20. Jahrhunderts, insbesondere im Zusammenhang
mit der Abkehr von einer figürlichen Kunst hin zur Abstraktion.
Dabei spielt auch das veränderte Verständnis vom Kunstwerk
als abgeschlossener Einheit zu jenem der Kunst als Prozess eine wichtige
Rolle.
Ein weiterer Aspekt, den die Ausstellung würdigt, zeigt das Potential
der Zeichnung für plastisches Arbeiten. Immer wieder sind es gerade
Bildhauer, die das Vermögen der Zeichnung ausgelotet, in ein spannungsreiches
Verhältnis von Linie, Fläche und Körperlichkeit gesetzt
und der gestaltenden Funktion der Linie in Umriss und Binnenstruktur,
also dem disegno, besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben.
Zeichnung im gegenwärtigen Kunstverständnis bezieht in einem
erweiterten Sinne auch Werke mit ein, die nicht durch klassisches Zeichnen,
sondern als Werkprozess entstanden sind und den essentiellen Charakter
der Zeichnung als Ursprung von Ordnung, Struktur sowie ihre Qualität
als sinnlich-haptische Ausdrucksform umreißen.
Führungen
und Veranstaltungen
Künstlerliste:
Leonor Antunes,
Eva Berendes, Hartmut Böhm, Monika Brandmeier, Christo, Katja Davar,
Gia Edzgveradze, Ulrike Flaig, Adolf Fleischmann, Marcia Hafif, Lasse
Schmidt Hansen, Rita Hensen, Georg Herold, Oskar Holweck, Claude Horstmann,
Markus Huemer, Robert Longo, François Morellet, Rupert Norfolk,
Silke Radenhausen, Eva-Maria Reiner, Jan Scharrelmann, Oskar Schlemmer,
Jan J. Schoonhoven, Auke de Vries, Andy Warhol, Georg Winter